Von Melbourne fliegen wir nach Christchurch auf die Südinsel von Neuseeland. Da wir am späten Nachmittag landen und die Campervan Vermietung einen Aufpreis für Abholungen nach 16 Uhr verlangt, investieren wir lieber in ein gemütliches Hotelzimmer und genießen so banale Dinge wie einen guten Fön. Normalerweise sind wir beide auch keine großen Fans von Hotels, aber dieses ist richtig gut. Es fängt schon hervorragend an, denn wir können direkt vom Terminal zu Fuß in nicht mal 5min hinlaufen. Obwohl es so nah am Flughafen ist, hört man dank guter Isolierung keinen Fluglärm. Hinzu kommt, dass ohnehin nicht viele Maschinen an diesem kleinen Flughafen starten oder landen. 

Nach einer ausgiebigen Dusche (besagten Fön, über den ich mich wirklich sehr gefreut hab, hab ich ja schon erwähnt), beschließen wir, dass wir es uns heute richtig gut gehen lassen und reservieren erst mal einen Tisch im Restaurant im obersten Stock mit schöner Aussicht. Wir gönnen uns 3 Gänge und ignorieren die Preise. Das Essen war richtig gut. Nicht herausragend, aber auch mal wieder was anderes. Wir lassen alles auf die Zimmernummer schreiben. Dieses kleine Detail wird später noch relevant sein. 

Am nächsten Morgen checken wir fröhlich aus. Die Frau an der Rezeption fragt noch, ob sie das Abendessen, Frühstück und die Getränke auf die gleiche Kreditkarte buchen kann. Ich bestätige das und dann ziehen wir auch schon los um ein Taxi zu finden, das uns und unser gesamtes Gepäck transportieren kann. Leider liegt die Vermietung ziemlich weit außerhalb von Christchurch, daher haben wir keine andere Wahl als ein Taxi zu nehmen. Die Anmeldung für den kostenlosen Shuttle hab ich leider verpennt. Naja, kann mal passieren bei so viel Reiseorga. 

Es ist ein grauer und regnerischer Tag. Der Taxifahrer ist super nett und gesprächig. Wir hatten eine entspannte Ankunft und freuen uns auf unsere Zeit in Neuseeland – Aotearoa. Die Laune ist gut. Zumindest bis zu dem Punkt als der Taxifahrer uns absetzt, viel Spaß wünscht und wir die potentiellen Campervans sehen, die auf dem Parkplatz stehen. Irgendwie hab ich schon ein bisschen mit einem Downgrade gerechnet im Vergleich zu dem Glücksgriff in Australien. Aber als wir die Karren sehen, sind wir uns nicht sicher, welches der Teile das geringere Übel wäre. Da Sonntag ist, hat die Campervan Vermietung uns einfach nur ein Video mit Instruktionen geschickt, sowie einen Code zu einer Schlüsselbox. Man kann sich vorstellen, wie wir auf dem Parkplatz standen, die Vans betrachten, raten welcher wohl für uns bestimmt ist und nicht sicher sind, ob wir es wirklich wissen wollen. Dann drücke ich doch auf den kleinen Knopf am Schlüssel und einer der Vans fängt zum blinken an. Gut, es ist schon mal nicht die komplette Rostlaube. Nennen wir es Glück im Unglück. Wir inspizieren also erst mal das Auto. Schnell wird klar, dass dieser Van schon mindestens einen Unfall hatte. Von innen ist er auch ziemlich abgerockt. Aber hilft nichts, wir müssen uns miteinander anfreunden. Immerhin haben wir 3 Monate Roadtrip vor uns. Am Ende muss man halt auch sagen, man bekommt, was man bezahlt. Und ich habe viele Vermietungen angefragt und dieser war mit Abstand der günstigste. Jetzt wissen wir auch warum. Wobei das nicht bedeutet, dass es ein Schnäppchen war. Im Gegenteil, wir zahlen mehr als für den Camper in Australien.

Wir packen unsere Sachen ein und jeder versucht auf seine Art den ersten kleinen Schock zu überwinden. Dann geht‘s auch schon los. Wobei weit kommen wir nicht. Ich stelle fest, dass das Hotel versucht hat eine Buchung auf meiner Kreditkarte vorzunehmen, aber meine Bank es aus irgendeinem Grund abgelehnt hat. Da wir niemandem etwas schuldig sein wollen, fahren wir einen kleinen Umweg über den Flughafen um die offene Rechnung für die Völlerei zu begleichen. Bereits die Kreditkarte in der Hand, erkläre ich die Situation. Da meint die Angestellte, dass es wirklich sehr nett und ehrlich ist, dass ich zurückgekommen bin, aber sie hätte es bereits mit ihrem Manager geklärt, der hat es geschafft 100 NZD zu buchen und den Rest hat man uns „geschenkt“. Ich schätze, dass wir umgerechnet mindestens 50 EUR gespart haben. Ich schau sie ungläubig an, frag nochmal, ob sie ganz sicher ist und dann ziehen wir weiter. Das gesparte Geld investieren wir direkt in einen Großeinkauf. 

Großeinkauf erledigt

Wir übernachten, wie soll es anders sein, in der Nähe vom Meer und damit etwas außerhalb von Christchurch in New Brighton. Dort richten wir uns erst mal häuslich ein und freunden uns nach und nach mit dem neuen Mobil an. Ok, es hat etwas länger gedauert bis wir Freunde wurden. An dieser Stelle mal wieder ein kleines Zitat:

„Wenn wir daheim ankommen, dann wird mir die Wohnungstür vorkommen wie das neueste Produkt von Apple.“ 

Rainer (leicht genervt)

Zur Erklärung: man muss die Schiebetür und auch die Fahrertür aufgrund des verzogenen Rahmens mit einem richtigen Knall zuschlagen, sonst kann man nicht abschließen, bzw. befindet sich sonst ein Spalt in der Tür. 

Wellencheck

Am nächsten Morgen lässt sich zum Glück die Sonne blicken. Nach einem ordentlichen Frühstück machen wir uns auf nach Sumner. Leider bläst mal wieder der Wind und wir bekommen keinen Surf. Schade, denn wir waren höchst motiviert nach unserem Wave Pool Ausflug.

Kleiner Abstecher noch zum Nachbarstrand „Taylors Mistake“. Hier schaut es aber auch nicht wirklich einladend aus. Oder wir müssen unsere Ansprüche runterschrauben …

Regentage

Für den nächsten Tag ist erst mal schlechtes Wetter angesagt. Einen richtigen Plan haben wir auch noch nicht, daher verlängern wir erst mal um eine Nacht. Eigentlich war der Gedanke, dass man bei Regenwetter evtl. ein kleines Kulturprogramm in Christchurch einlegen kann. Aber dann kommt es mal wieder anders als gedacht. Schon am Abend bekomme ich Halsschmerzen und sag noch zu Rainer „Ich glaub, ich werde krank“. Leider war‘s dann auch genau so. Im Campervan krank sein, ist kein Spaß und schon gar nicht bei Regen und 15 Grad. So entscheiden wir uns, dass wir anders als geplant erst mal Richtung Norden fahren. Klingt jetzt erst mal komisch, aber im Norden ist es für gewöhnlich wärmer. Also zumindest auf der Südhalbkugel. Die Sonne scheint auch nicht auf der Südseite, sondern vom Norden 😉 

Somit war unser Start in Neuseeland leider nicht wie erwartet, aber wir haben (denke ich) das beste draus gemacht. Hilft ja nichts. Wie es im Norden der Südinsel für uns lief, folgt in den nächsten Beiträgen.

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