Ein weiteres Mal machen wir uns auf den Weg nach Portugal. Dieses Mal fliegen wir nach Lissabon und fahren von dort weiter nach Peniche.
Neben mir im Flieger sitzt eine gut gelaunte Rentnerin, die mit ihrer Reisefreundin, wie sie sie nennt, auf die Azoren unterwegs ist. Damit haben wir direkt ein Gesprächsthema. Die Azoren sind einfach wunderschön mit ihrer Vulkanlandschaft und dem angenehmen, wenn auch regnerischen Klima. Ich finde es super, dass die beiden gemeinsam die Welt entdecken. Sie erzählt mir, dass sie früher viel mit ihrem Mann gereist ist. Er ist leider schon verstorben und der Mann ihrer Reisefreundin hat keine Lust auf solche Entdeckungstouren. Die beiden Frauen haben sich auf einer Reise kennengelernt und dann zusammen getan. Es wirkt keinerlei Traurigkeit mit, sie strahlt Zufriedenheit und Dankbarkeit aus über das Erlebte und das was vor ihr liegt. Ich liebe solche Begegnungen.
Als wir landen, müssen wir noch mit dem Bus zum Terminal fahren. Hier lernen wir einen jungen Goldschmied kennen. Er quatscht uns einfach an und so legen wir plaudernd die Strecke bis zum Gepäckband gemeinsam zurück. Eine andere, aber auch spannende Begegnung. Ich habe noch nie einen Goldschmied getroffen. Er kommt eigentlich aus München, aber hat sich in Lissabon verliebt. Nachdem er schon viel Zeit hier verbracht hat, packt er irgendwann einfach seine Sachen und zieht um. Wenn nicht jetzt, wann dann? Er ist selbstständig und kann damit von überall aus arbeiten. Einfach war es nicht, aber so langsam lebt er sich ein. Nur die gute alte deutsche Qualität, die vermisst er manchmal. Deshalb hat er auch einen speziellen Industriestaubsauger im Gepäck, den er extra in Deutschland gekauft hat und jetzt hofft, dass er den Transport gut überstanden hat.
So bekommen wir die ohnehin kurze Reisezeit sehr gut rum und schwups sitzen wir auch schon im Mietwagen und steuern auf den Kreisverkehr des Grauens zu. Er hat so viele Spuren, dass man sie kaum zählen kann und mitten drin befinden sich dann auch noch Ampeln. Keine Ahnung, wer sich sowas ausdenkt. Wir drehen eine extra Runde, aber dann haben wir es geschafft und sind auch schon auf der Autobahn Richtung Peniche. Der Verkehr aus der Stadt raus ist heftig, aber dann ist es eine entspannte Fahrt bis in den kleinen Küstenort Consolação.
Dort werden wir von José, unserem Vermieter, in Empfang genommen. Die Wohnung kenne ich bereits, weil ich vor einem guten Jahr mit meiner Mama hier war. Wieder gibt es zur Begrüßung ein paar Pastéis de Nata und so überlässt José uns sein Apartment für die nächsten zwei Wochen. Wir flitzen noch schnell zum Supermarkt und dann fallen wir müde ins Bett.
Die Wohnung hat für uns die perfekte Lage. Man kann in weniger als fünf Minuten zum Strand laufen und die Surfstrände von Peniche erreicht man in ca. 15 Minuten. Wir fühlen uns richtig wohl und schon bald nennen wir den etwas wilden Strand vor unserer Haustür liebevoll den Consi. Unsere Lieblingsplätze sind unten an der Klippe direkt neben dem Restaurant und die Riesenschaukel, die sich am Sandstrand mit Blick aufs Meer befindet.






















Fast jeden Abend laufen wir zum Strand und schauen zu, wie die Sonne über dem Meer untergeht. Mal gibt es eine Pizza oben auf der Klippe (die leider im Atlantik-Wind schnell kalt wird), und mal schlendern wir einfach vom Strand zum Aussichtspunkt und genießen die grandiose Aussicht.





































Gleiche Pizza, aber diesmal drinnen vertilgt. Und ja, sie war so groß wie sie hier ausschaut:


Morgens frühstücken wir immer auf einer der beiden Terrassen, was ein perfekter Start in den Tag ist, wenn man nicht gerade von einem Vogel (vermutlich einer Möwe) kurz nach dem zweiten Kaffee angekackt wird.






Um die Ecke gibt es eine typisch portugiesische Pasteleria. Hin und wieder gönnen wir uns ein Espresso mit Pasteis de Nata. Ich bestelle fleißig auf Portugiesisch und meistens wird mir auch in der Landessprache geantwortet. Ein paar Häuser weiter entdecken wir tatsächlich erst relativ spät auch eine Padaria. Begeistert bestelle ich ein Brot, das aus der Ferne schön knusprig wirkt. Perfekt. Als wir es daheim freudig anschneiden, zerbröselt es erst und beim Reinbeißen stellen wir fest, es ist süß. Normalerweise habe ich ja nichts gegen Süßes, aber ich hab mich schon richtig auf ein gutes knuspriges Brot gefreut. Abends beim Essen mit meinen Kollegen in Ericeira klärt sich das Missverständnis mit dem vermeintlichen Brot auf. Es handelt sich um ein Maisbrot, genannt „Broa de Milo“. Das verkappte Brot und wir werden keine richtigen Freunde, auch wenn es nicht schlecht schmeckt. Vielleicht bekommt es irgendwann nochmal eine Chance, aber in diesem Urlaub hat es uns nicht überzeugt. Immerhin entdecken wir auch nach so vielen Reisen nach Portugal immer noch was Neues.





Einer der bekanntesten Surfstrände von Portugal befindet sich am anderen Ende des Strandes – Supertubos. Hier werden regelmäßig Contests der World Surf League ausgetragen. Wir nehmen uns immer wieder vor, bis zum Surfspot zu laufen, und eines Tages machen wir uns dann auch auf den Weg. Unterwegs fangen wir an, ein bisschen Müll am Strand zu sammeln und kommen mit einer ganzen Mülltüte voll zurück. Es ist einfach immer wieder traurig zu sehen, wie viel Müll in unseren Meeren landet. Wenn jeder immer ein bisschen was mitnimmt, ist es besser als nichts zu tun.







Comments are closed.